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Gedanken zum  Kreis-Training

 

Diese Notizen erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch sind sie umfassend. Vieles wird engagierten Trainern bekannt sein, aber vielleicht bietet das ein oder andere ja doch irgendwelche Anregungen.

 

Trainer-Stammtisch

Bildung und Training einer leistungsorientierten Schülergruppe

 

1.      Werbung

1.1.            Maßnahmen, die ergriffen werden können

1.1.1.      Mini-Meisterschaften

Der Klassiker, der aber immer mehr an Bedeutung verliert

1.1.2.      Schule-Verein-Kooperation

Wenn der Trainer Bindung zum Verein hat und dieser dahinter steht eine lohnende Geschichte, aber nicht immer einfach zu organisieren

1.1.3.      Schnupper-Paß

Diese Box ist über den DTTB zu bestellen und bietet interessante Anregungen, diese reichen aber nicht aus, um damit alleine Kinder zu werben

1.1.4.      Girls-Team-Cup

Auf jeden Fall sehr interessant und ohne Mühe auch für Jungen machbar

1.1.5.      Schul-Aktions-Tage

Mehrere Tage den Sport-Unterricht mitgestalten, zeitaufwendig, aber sehr erfolgreich

1.1.6.      Kinder-Eltern-Turnen

Um Kinder im Vorschulalter zu erreichen, bietet man am Besten ein Turnen an, bei dem die Eltern miteinbezogen werden. Hier sollte behutsam über Turnen, zu Ballspielen und Tischtennis übergegangen werden, wobei dem Bewegungsdrang der Kinder größte Aufmerksamkeit gezollt werden muß.

 

Es gibt keine Möglichkeit, Kinder zu weben, die nicht auch zeitaufwendig ist, aber um es nicht nur dem Zufall zu überlassen ist dies sicherlich unumgänglich. Außerdem hat es den großen Vorteil, daß bei guten Training durch Mundpropaganda weitere Kinder dazu stoßen werden.

 

1.2.            Kooperationspartner

1.2.1.      Wichtig ist abzuklären, wer kooperiert

Die örtliche Grundschule, vielleicht auch die in der Nachbarschaft sind auf jeden Fall einzubeziehen.

Auch darf der Verein nicht außen vor bleiben, wenn der Verein sich nicht mit einbringt, also nicht aktiv bei Materialien, Assistenten, Hallenzeit und der Konzeption mitarbeitet, sollte man sich überlegen, ob es überhaupt durchführbar ist.

Auch örtliche Sponsoren sollten schon jetzt mit einbezogen werden, ein TT-Shirt mit kindgerechtem Aufdruck kann hier viel helfen.

Eltern, Lehrer, andere Kinder des Vereins, aber auch Vorstand und Trainer sollten von Anfang an mit einbezogen werden, um möglich viel Synergieeffekte mitzunehmen.

 

ð eine Art „Vision“ sollte alle daran beteiligte zusammenschweißen, die kann „leistungsorientieretes TT“ oder „Spaß an gutem TT-Spielen“ oder auch „Kinder von der Straße holen und sinnvoll beschäftigen“ heißen; Euch fällt sicherlich das Richtige ein.

 

1.3.            Örtliche Gegebenheiten

1.3.1.   Notwendige Bedingungen

Ohne Sponsoren kann man auskommen, ohne Verein, der auf seine Weise die Kinder fördert nicht.

Ein Verein, der zweimal in der Woche trainiert, aber diesem Training nur eine Stunde zur Verfügung stellt, kann oder will sich mit der Idee nicht identifizieren.

Ich halte 2x 90 Minuten Training für das absolute Minimum. Ungleich besser sind 2x 120 Minuten.

Zu dieser Zeit müssen auch genügend Platten zur Verfügung stehen, um mit allen Kinder trainieren zu können.

Wenn Kinder unzuverlässig oder unmotiviert sind, mehrere Ermahnungen erfolglos geblieben sind und die Gruppe dadurch nicht optimal trainiert, müssen diese ausgeschlossen werden. Das mag sich hart anhören, aber anders ist es nicht durchzusetzen.

 

2.            Die erste Zeit

2.1.            Alter der Kinder beachten

Vorschulkinder langsam und behutsam heranführen; vom Großem zum Kleinem gehen, Luftballons, große Bälle, Ballspiele sollten dem tischtennisspezifischem Training vorangehen und selbst bei Siebenjährigen noch einen großen Raum im Training einnehmen.

Die Gesundheit der Kinder muß zuallererst kommen!

Und eine vielseitige Ausbildung ist  da das allerbeste!

Optimal würde ich ansehen, wenn Vorschulkinder spielerisch an Tischtennis herangeführt würden, mit 8 Jahren alle Grundschläge beherrschten und dann mit gezieltem Training aufgebaut und mit 9 Jahren an den Wettkampfsport geführt würden.

Nach dem 12. Lebensjahr können immer noch große Erfolge erzielt werden, aber die fehlenden Jahre sind dann unter normalen Bedingungen nicht mehr aufzuholen.

2.2.            Anzahl der Kinder

Sechs bis acht bilden die Obergrenze und selbst damit wäre es hilfreich, wenn noch jemand unterstützend zur Seite stehen würde, dies kann ein Jugendlicher des Vereins sein oder ein Eltern, die selbst Tischtennis spielen.

2.3.            Abklären der sportlichen Möglichkeiten

Wirkliche Talente sind dünn gestreut und oft pendeln sie zwischen mehreren Sportarten hin und her.

Bitte keine überzogenen Erwartungen. Nur jeweils einer kann Saarlandmeister werden und dieser Titel bedeutet schon auf Südwestebene wenig und National fast gar nichts! Leistungsorientiert heißt lediglich, daß die vorhandenen Möglichkeiten ausgenutzt werden, wobei die Landesebene das anzupeilende Ziel sein sollte; u. U. muß man sich aber auch mit weniger zufrieden geben.

[ Ein grobmotorisches Kind, das seit der Kindergartenzeit in entsprechender Behandlung ist, wurde in unserem Verein mehr aus therapeutischen Gesichtspunkten trainiert. Er hat mit 16 Jahren in der untersten Spielklasse während der Saison 6 Spiele gewonnen und die verantwortlichen Trainer sind sich einig, daß dies, gemessen an seinen Möglichkeiten, ungefähr einem Landesmeistertitel eines sportlich begabten entspricht.]

2.4.            Der begleitende Verein

Der Verein muß dieses Training auch wollen. Wenn der Verein aus breitensportlichen Gründen dem Training skeptisch gegenüber steht, dann wird es wirklich schwer. Wünschenswert wäre es, wenn neben diesem ein weiteres, breitensportlich ausgelegtes Training angeboten werden würde. Kinder, denen die Anforderungen zu hoch wären, blieben dem Verein erhalten und könnten dorthin wechseln, andererseits wäre das Training Anreiz für andere, vielleicht dort hinein zu  gelangen.

 

3.            Das Training

3.1.            Alleine oder zu zweit

Je mehr Trainer (die sich verstehen), desto besser, aber welcher Verein kann sich dies leisten? Wie oben bereits erwähnt, sollte man aber ältere Jugendliche oder Eltern einspannen, um das Training intensiver gestalten zu können.

3.2.            Schwerpunkte

Das ist eine Kunst für sich, denn sie dürfen nicht zu hoch und nicht zu niedrig angesetzt werden. Nach zwei Jahren sollten die Grundschläge in Feinform beherrscht werden (in Grobform bei Vorschulkindern als Ausgangsgruppe).

Im zweiten Jahr sollten persönliche Merkmale wie Vorhand- oder Rückhanddominanz bereits erkennbar sein und das Training sollte bereits darauf eingehen.

Bei einem rückhanddominanten Spieler würde ich verstärkt den Wechsel RH-VH üben und umgekehrt.

Spieler mit viel Ballgefühl sollten dieses in Übungen stärken können, andere würde ich eher auf feste Bälle wie Konter oder Endschlag hin trainieren. Wohlgemerkt handelt es sich da um einen Anteil von höchsten 20% (um eine Größe zu nennen) des gesamten Trainings.

3.3.            Bevorzugtes Anfängermodell

Das ist sehr schwierig zu sagen. Auf keinen Fall würde ich ein reines Schupfmodell spielen lassen, da sich TT inzwischen viel zu sehr gewandelt hat, um damit noch zeitgemäß zu sein.

Ein reines Kontermodell halte ich auch nicht für empfehlenswert.

Das Modell des westdeutschen Verbandes erscheint mir recht geeignet, aber ich selbst habe dazu einige Änderungen in mein Training mit aufgenommen.

Hier meine vom Modell abweichenden Ansätze:

Diagonales und paralleles Kontern (typische Übungsform: Mühle oder auch Acht genannt) ist wichtig und ich bin sehr streng was aktiven Armeinsatz und Drehung von Hüfte und Schultern anbelangt. Da verlange ich an sich schon von Anfang an Feinform!

Beim Schupfen muß sehr früh Schnittwechsel gespielt werden und hier ist mir die Plazierung sehr wichtig, entweder sehr kurz oder sehr lang, mittellang gibt es nicht (Platte mit Handtuch entsprechend abgedeckt).

Griffhaltung bei den Schlägen ist sehr wichtig, da dort Fehler später nur sehr schwer zu korrigieren sind.

Vor dem Topspin müssen meine Spieler den Endschlag beherrschen, da dieser nach dem Topspin nicht mehr sauber erlernt werden kann (davon bin ich zumindest überzeugt). Ein guter Endschlag ist ein Topper (d. h. eine Waffe, die nicht nur den Punkt bringt, sondern sich auf die ganze Spielweise des Gegners auswirken kann), ein guter Topspin noch lange nicht.

Kein Kind sollte vor dem Beenden der Grundschläge Material spielen, aber ich halte es für wichtig, daß es schon in den ersten Jahren Erfahrung damit macht. Es fördert Spielwitz und Ballgefühl.

 

3.4.      Hilfsmittel und begleitende Umstände  

3.4.1.      Hilfsmittel

Einen Roboter halte ich für unerläßlich, wenn man Automatisierungen erreichen will. Der Trainer darf das Kind dann aber nicht sich selbst überlassen, bevor sich die Technik nicht verfestigt hat, sonst können nämlich auch Fehler automatisiert werden.

Kamera ist sicherlich hilfreich, erfordert aber auch mehr Aufwand, der dem eigentlichen Training in den ersten zwei Jahren nicht immer Rechnung trägt. Später ist sie dann aber wichtiger als ein Roboter.

Balleimertraining ist die unmittelbarste Form zwischen Trainer und Spieler. Hier ist sehr viel möglich, aber was macht man in der Zeit mit den übrigen?

Anders gestellte Platten, unterschiedliche Netze, fremde Schläger, große oder kleine, sind alles nützliche Dinge mit denen unterschiedliche, beim Tischtennis benötigte Fähigkeiten spielerisch trainiert werden können.

Bitte nicht zu früh kraftsteigernden Dinge wie Gewichtsschläger einsetzen oder Ausdauertraining machen, dies schadet nur der Gesundheit und verfehlt auch sein Ziel.

3.4.2.      Begleitende Umstände

-         Pünktlichkeit

Halte ich für unumgänglich. Ohne entsprechende Disziplin, kein gutes Training. Seit streng! Es kann gute Gründe geben, aber wenn dies im Monat einmal passiert, ist es in meinem Augen bereits zu häufig.

-         Autorität

Ihr seid nicht der Kumpel der Kinder, sondern ihr Trainer! Spaß und Freude am Sport sind zwei meiner Hauptantriebsfedern, aber wenn das Training nicht nach meinen Vorgaben verläuft, würde ich unzufrieden sein, was sich dann auch auf das Training auswirkt. Kritik am Training soll bei mir am Ende geäußert werden und ich bin dann durchaus bereit darauf einzugehen, aber im Training zu diskutieren fruchtet nach meinen Erfahrungen überhaupt nicht.

-         Aufwärmen

Ist für mich vor allem unter dem mentalen Aspekt zu sehen. Für die Kinder soll das ein Signal sein, daß jetzt das Training beginnt und sie vom Alltag loslassen sollen. Das Aufwärmen überlasse ich meinen Kindern und bringe nur gelegentlich andere Anreize ein.

-         Schafft Rituale

Aufwärmen ist eines davon. Konzentriertes Einspielen ein anderes. Das Training sollte nicht unterbrochen werden, weder  durch Handy noch durch Toilettengang. Das sollte vorher oder in der Pause erledigt werden. Bälle werden sich selbstverständlich zugeworfen, wenn sie an einer fremden Platte landen, zügiges Balleinsammeln beim Balleimer ist wie gutes Benehmen gegeneinander selbstverständlich. Das Aufräumen betrifft alle.

 

-         ...und brecht sie

Das Aufwärmen kann schon einmal entfallen. Manchmal ist es gut 2 Pausen zu machen, anstatt einer, spielerische Übungen können auch schon einmal in der  Mitte erfolgen. Spaßige Übungen lockern das Training auf. Im Spiel bewußt den Trainingspartner provozieren, um eine leider immer mehr einreißende Unsitte zu simulieren. Dies muss aber vorher abgesprochen sein und sehr genau beobachtet werden, da sich Spieler gelegentlich davon hinreißen lassen. Wenn die Kameradschaft untereinander stimmt, dürfte es aber kein Problem darstellen. Training darf nicht eintönig werden! Es muß Spaß machen!

 

4.                  Was noch bedacht werden sollte

4.1.            Eltern

Für ihre Kinder sind sie bereit einiges zu leisten. Das sollte auch genutzt werden! Bei uns organisieren Eltern Ranglisten und nehmen durch Kaffee- und Kuchenverkauf an allen Spieltagen Geld ein, welches der Jugendarbeit zu Gute kommt.

4.2.            Kooperation mit Kreis- bzw. Landestraining

Mit den dortigen Trainern muß gesprochen werden, wenn man eine optimale Förderung will. Auch Trainingsgruppen mit anderen Vereinen sollten denkbar sein, wenn man die Mehrarbeit nicht scheut. Gute Trainer können viel voneinander lernen!

4.3.            Training oder früher Wettkampf

In den ersten Jahren würde ich Kinder allenfalls auf Ranglisten schicken. Durch den Wettkampf verändert sich die Technik zu stark. Warum angreifen, wenn man durch Schupfen den Punkt sicherer machen kann? Nach zwei Jahren sollte ein Spieler aber stark genug sein!

4.4.            Benötigte Fähigkeiten

4.4.1.      Der Spieler

Disziplin, Spielwitz und mentale Stärke einher gehend mit einer soliden Koordination. Dies halte ich für besser als einen begnadeten, aber unzuverlässigen Spieler. Wer beim Stand von 9:9 die meisten Spiele gewinnt, hat einen großen Vorteil, wer dort regelmäßig Nerven zeigt, wird schwerlich ein guter Spieler, denn diese Qualität kann man so gut wie nicht trainieren!

4.4.2.      Der Trainer

Gespür im Umgang mit den Kindern, Organisationstalent und Führungseigenschaften gepaart mit einem überdurchschnittlichen Wissen über Tischtennis

 

 

Anmerkung:

 

Wenn ich dem ein oder der anderen Anregungen geboten habe, würde mich das sehr freuen. Das Thema könnte Bände füllen und wäre dann immer noch nicht abschließend behandelt.

Es wäre schön, wenn der Stammtisch uns allen Gelegenheit böte miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.

Freude am Tischtennis zu haben und diese auch weitergeben zu können, das wäre schon sehr viel, wenn wir das in unserem Training erreichen könnten...

 

                                                                       in diesem Sinne

 

                                                                                               

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